Honda XL750 Transalp vs CRF1100L: Welches Adventure-Bike ist besser?

Zwei Namen, ein Ziel: Adventure pur. Sowohl die Honda XL750 Transalp als auch die Honda CRF1100L Africa Twin sind für Fahrerinnen und Fahrer gebaut, die mehr wollen als nur von A nach B zu kommen. Doch die beiden Modelle bedienen unterschiedliche Bedürfnisse. In diesem Vergleich zeigen wir, für wen welche Honda die bessere Wahl ist.

1. Überblick: Mittelklasse-Adventure vs. Langstrecken-Globetrotter

Die XL750 Transalp positioniert sich als Mittelklasse-Adventure-Bike: leicht, zugänglich, vielseitig und auch im Alltag sehr unkompliziert. Sie verbindet einen modernen 755 cm³ Parallel-Twin mit einsteigerfreundlichem Handling und attraktiver Preisgestaltung.

Die Africa Twin (CRF1100L und Africa Twin Adventure Sports) ist dagegen klar im großen Adventure-Segment zuhause. Mehr Hubraum, mehr Ausstattung, mehr Reserven – ideal für lange Touren, hohe Laufleistungen, Soziusbetrieb und intensive Reisetätigkeit.

Harter Faktencheck im Schnellüberblick

Merkmal Honda XL750 Transalp Honda CRF1100L Africa Twin
Hubraum ca. 755 cm³ Parallel-Twin ca. 1.084 cm³ Parallel-Twin
Leistung ca. 92 PS (A2-Version möglich) ca. 102 PS je nach Version
Gewicht (fahrfertig) rund 210–220 kg (je nach Ausstattung) deutlich darüber, je nach Ausführung und Tankgröße
Sitzhöhe ca. 850 mm, optional niedriger Sitz höher, je nach Modell und Sitzoption
Einsatzzweck Alltag, Wochenendtour, leichte Offroad-Tracks Reisemaschine, Fernreisen, Offroad-Abenteuer
Technik-Paket Fahrmodi, Traktionskontrolle, TFT, RoadSync erweiterte Assistenzsysteme, je nach Version semiaktives Fahrwerk, mehr Reisetools

2. Die Honda XL750 Transalp im Portrait

Die Honda XL750 Transalp richtet sich an Fahrer, die ein handliches, modernes Adventure-Bike suchen, das sowohl in der Stadt als auch auf der Landstraße und auf Schotter überzeugt – ohne beim Rangieren oder Aufsitzen zu überfordern.

  • Moderner 755 cm³ Parallel-Twin mit kräftigem Durchzug und angenehmem Sound.
  • Vergleichsweise geringes Gewicht für die Adventure-Klasse – spürbar im Handling.
  • Adventure-Geometrie mit 21-Zoll-Vorderrad, trotzdem gut kontrollierbar.
  • Elektronik: Fahrmodi, Traktionskontrolle (HSTC), ABS, TFT-Display, Konnektivität.
  • Optional oder serienmäßig mit Honda E-Clutch, je nach Markt und Modelljahr.
  • Auch als A2-Version verfügbar – ideal für Einsteiger mit Stufenführerschein.

Kurz gesagt: Die Transalp ist das Multitool für Alltag, Kurztrip und gelegentliche Offroad-Einlagen – bei attraktiven Unterhaltskosten.

3. Die Africa Twin im Portrait

Die Honda CRF1100L Africa Twin hat sich in den letzten Jahren als Referenz in der Reiseenduro-Klasse etabliert. Sie ist stärker, ausgewachsener und noch konsequenter auf große Touren und anspruchsvollere Offroad-Passagen ausgelegt.

  • Knapp 1.100 cm³ Parallel-Twin mit souveränem Drehmoment über das gesamte Drehzahlband.
  • Robustes, reiseorientiertes Fahrwerk mit langen Federwegen.
  • Hohe Offroad-Kompetenz – je nach Fahrerfahrung und Bereifung.
  • Je nach Version: großes TFT, umfangreiche Elektronik, teilweise semiaktive Fahrwerke, große Tanks (Adventure Sports).
  • Optional mit Doppelkupplungsgetriebe (DCT) für vollautomatisches oder halbautomatisches Schalten.
  • Ausgelegt auf hohen Kilometeranfall, lange Etappen und intensiven Reisebetrieb.

Die Africa Twin ist die richtige Wahl für alle, die ihr Motorrad als Reisepartner auf Langstrecke sehen – mit genügend Leistungsreserven für Sozius, Gepäck und ambitionierte Touren.

4. Direktvergleich: Wo liegen die wichtigsten Unterschiede?

4.1 Leistung & Motorcharakter

Die XL750 Transalp liefert rund 92 PS aus 755 cm³ und punktet mit agilem, leichtfüßigem Charakter. Sie dreht willig hoch, bleibt aber gut kontrollierbar und schreckt auch weniger erfahrene Fahrer nicht ab.

Die Africa Twin bietet mehr Hubraum und mehr Drehmoment – spürbar beim zügigen Überholen, am Berg oder mit Zuladung. Wer häufig zu zweit, mit Gepäck oder im Hochgebirge unterwegs ist, freut sich über diese Reserven.

4.2 Gewicht & Handling

Beim Thema Gewicht hat die Transalp die Nase vorne. Das geringere fahrfertige Gewicht macht sich in jeder Situation bemerkbar: beim Rangieren vor der Garage, beim Wenden auf engem Raum oder beim Fahren auf Schotter.

Die Africa Twin bringt konstruktionsbedingt mehr Masse mit. Auf der Langstrecke ist das stabil und satt, im sehr technischen Gelände oder bei wenig Fahrpraxis kann es jedoch anspruchsvoller sein.

4.3 Sitzhöhe & Ergonomie

Die XL750 Transalp liegt mit rund 850 mm (und optional niedrigerem Sitz) für ein Adventure-Bike vergleichsweise zugänglich. Gerade Fahrerinnen und Fahrer unter 1,80 m, oder diejenigen, die gerne mit mehr Bodenkontakt stehen, profitieren davon.

Die Africa Twin ist klassisch hochbeinig. Das ist für Offroad-Stehpositionen ideal, erfordert aber eine gewisse Körpergröße bzw. Routine, um sich beim Rangieren sicher zu fühlen. Je nach Version stehen unterschiedliche Sitzbänke und Höhen zur Verfügung.

4.4 Komfort, Reichweite & Reisetauglichkeit

Beide Modelle eignen sich sehr gut für Touren. Die Transalp überzeugt mit ausgewogenem Komfort, moderatem Verbrauch und guter Reichweite – ideal für Alpenpässe, Wochenendtouren oder längere Tagesetappen.

Die Africa Twin ist das Langstreckenwerkzeug: je nach Ausführung mit größerem Tank, umfangreicher Wind- und Wetterschutz-Lösung und noch komfortableren Sitzmöglichkeiten. Für den klassischen Urlaub mit 2.000+ Kilometern und Sozius ist sie im Vorteil.

4.5 Elektronik & Assistenzsysteme

Die XL750 Transalp bietet bereits ein sehr modernes Paket: verschiedene Fahrmodi, Traktionskontrolle, ABS, TFT-Display mit Konnektivität und je nach Modelljahr E-Clutch als innovative Schaltunterstützung.

Die Africa Twin legt in vielen Versionen noch eine Schippe drauf: umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, teils semiaktive Fahrwerke, mehr Offroad-Settings, größere Displays – je nach Ausstattungsniveau.

4.6 Unterhalt & Einstiegskosten

In der Regel liegt die XL750 Transalp bei Anschaffung und laufenden Kosten unterhalb der Africa Twin. Wer Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis legt und nicht zwingend das große Reisepaket braucht, fährt mit der Transalp ökonomischer.

Die Africa Twin ist höher positioniert – sowohl beim Anschaffungspreis als auch bei Versicherungs- und Unterhaltskosten. Dafür gibt es mehr Leistung, mehr Ausstattung und mehr Reserven.

5. Welches Adventure-Bike passt zu dir?

5.1 Du passt zur Honda XL750 Transalp, wenn …

  • du ein handliches, alltagstaugliches Adventure-Bike suchst, das auch für Pendelstrecken ideal ist.
  • du gerne kurvige Landstraßen, Alpenpässe und gelegentliche Schotterwege fährst.
  • du Wert auf zugängliche Sitzhöhe und leichtes Handling legst.
  • du neu einsteigst oder mit A2-Führerschein unterwegs bist.
  • du ein modernes Motorrad mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis möchtest.

5.2 Du passt zur Africa Twin, wenn …

  • du dein Motorrad als Reisepartner für lange Distanzen siehst.
  • du oft mit Sozius und Gepäck unterwegs bist und Leistungsreserven wünschst.
  • du Offroad-Passagen ernst nimmst und die zusätzliche Stabilität schätzt.
  • du technikaffin bist und Wert auf ein sehr umfangreiches Elektronikpaket legst.
  • du bereit bist, den höheren Anschaffungspreis und Unterhalt in Kauf zu nehmen.

6. Fazit: Transalp oder Africa Twin – die Entscheidung hängt von dir ab

Eine klassische „besser/schlechter“-Antwort gibt es bei diesem Vergleich nicht. Honda XL750 Transalp und Honda Africa Twin bedienen unterschiedliche Bedürfnisse – und genau darin liegt ihre Stärke.

Wer ein agiles, vielseitiges Adventure-Bike für Alltag und Tour sucht, wird sich mit der XL750 Transalp sehr schnell wohlfühlen. Wer dagegen maximale Langstrecken- und Reisetauglichkeit mit vielen Reserven wünscht, findet in der Africa Twin den passenden Partner.

Am Ende entscheidet dein Einsatzprofil, dein Fahrstil und dein Bauchgefühl. Am besten findest du es mit einer Probefahrt heraus – idealerweise mit beiden Modellen im direkten Vergleich.

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